Herzschrittmacherimplantation bei einem West-Highland-White-Terrier
Schrittmacher mit angeschlossenem Kabel während der Operation.
Herzrhythmusstörungen können beim Hund zu einer Herabsenkung des Herzzeitvolumens (Menge des gepumpten Blutes pro Zeit) führen. Klinisch können dann infolge mangelhafter Durchblutung des Gehirns eine allgemeine Leistungsschwäche, Schwanken, Koordinationsstörungen, Ohnmachtsanfälle, Verhaltensänderungen und bleibende Hirnschäden beobachtet werden (symptomatische Bradyarrhythmie). Die Ursachen für Herzrhythmusstörungen sind vielfältig und lassen sich in drei Gruppen einteilen:
Herzkrankheiten
Krankheiten, wie Stoffwechselstörungen oder Störungen des vegetativen Nervensystems
Folge von Arzneimittelwirkungen
Liegen bei einer klinisch relevanten Herzrhythmusstörung keine behandelbaren Grundkrankheiten vor, und ist sie mit Medikamenten nicht behandelbar, liegt die Indikation zur Implantation eines Herzschrittmachers vor.
Die Implantation von Herzschrittmachern ist heute beim Hund ein nicht selten durchgeführter Eingriff, der erstmals 1968 beschrieben wurde. Im Gegensatz zur medikamentösen Behandlung von folgenschweren Herzrhythmusstörungen ist die Prognose nach der Implantation eines Schrittmachers, in Abhängigkeit von bereits vorliegenden pathologischen Veränderungen, prinzipiell gut.
Vorgestellt wurde eine West-Highland-White-Terrier Hündin unbekannten Alters. Das Zahnalter wurde auf acht bis elf Jahre geschätzt. Die Hündin fiel den Tierhaltern durch eine zunehmende Leistungsschwäche auf. Seit zwei Monaten trat, insbesondere im Zusammenhang mit der Nahrungs- und Wasseraufnahme, mit zunehmender Häufigkeit, anfallartiges Zusammenbrechen auf. Nach den kurz dauernden Anfällen erholte sich die Patientin stets rasch.
Vorausgegangene kardiologische Untersuchungen zeigten im EKG auffallend niedrige Herzfrequenzen von 40/Minute (normal wäre eine Herzfrequenz von 110 bis 120/Minute). In der Ultraschalluntersuchung (Doppler-Echokardiographie) wurden keine krankhaften Befunde am Herzmuskel oder dem Herzbeutel erhoben.
Implantierter Schrittmacher, Kabel und Elektrode im Röntgenbild. Abbildung des Brustkorbes von der Seite (Mitte unten Herz und Lunge, Links Schulterblatt, Oben Brustwirbelsäule, Rechts Magen und Leber, Unten Brustbein).













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