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Parasiten; wie man Flöhen, Zecken und Mücken Paroli bieten kann

1 November 2008 1,045 views No Comment

Aktuelles Thema: Parasiten

Parasiten; wie man Flöhen, Zecken und Mücken Paroli bieten kann

Auch im folgenden Jahr werden äußere Parasiten wie Flöhe, Zecken und Mücken bei Hund, Katze und Hauskaninchen wieder keine kleine Rolle spielen. Plagegeister sind sie allemal, doch was nicht vergessen werden darf: Flöhe, Zecken und Mücken sind für Haustiere, und nicht zuletzt uns Menschen, potentielle Krankheitsüberträger. Flohbefall führt oft zu einer Flohspeichelallergie.

Im Handel befinden sich zahlreiche Mittel mit nur schwacher oder keiner Wirkung gegen diese Parasiten. Im Gegensatz zu uns Menschen gibt es für Hunde und Katzen eine Reihe sinnvoller Möglichkeiten vorbeugend den Befall mit diesen Plagegeistern einzuschränken oder im Fall des Falles nachhaltig zu agieren.

Zurzeit ist zum Beispiel für Katzen die Anwendung von Advantage® als spot-on effektiv. Flöhe werden erfolgreich bekämpft und auch die Wirkung gegen Zecken ist zufrieden stellend.

Weitaus besser sind die Möglichkeiten bei Hunden. Zusätzlich zum im Advantage® enthaltenen Wirkstoff Imidacloprid sorgt ein zweiter, das Permethrin, ein für Katzen giftiger Wirkstoff im Advantix® für Hunde, für die Abwehr von Zecken und Mücken. Hiermit wird erreicht, dass der Parasitenbefall deutlich eingeschränkt wird. Beide Mittel haben eine zuverlässige Wirkungsdauer von etwa vier Wochen.

Sowohl Advantage® als auch Advantix® sind rezeptpflichtige Arzneimittel.

Ein wichtiges Thema im Zusammenhang mit durch Zecken übertragenen Infektionskrankheiten ist zweifellos die Borreliose (Lyme Disease). Hier handelt es sich um eine mit den der Syphilis verursachenden verwandten Bakterienfamilie von großen Schraubenbakterien. Die Borrelien wurden erst in den 70er Jahren in der Stadt Lyme als Verursacher schwerer durch Zecken übertragener Infektionskrankheiten bei Menschen erkannt. In den 80er Jahren gelang der Erregernachweis durch eine Ärztin in Berlin im Zusammenhang mit der Wanderröte. Dieses frühe charakteristische Krankheitsbild ist eine Spezialität des Menschen und wird beim (behaarten) Tier kaum gesehen. Beim Menschen kann es in unbehandelten Borreliose Fällen nach dem Auftreten der Wanderröte zu teilweise schweren Erkrankungen der Gelenke und des Nervensystems kommen, die zur Invalidität führen können. Nach Zeckenbissen ist es deshalb sinnvoll einer ausgeprägte Rötung an der Stichstelle angemessene Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Für die Haustiere ist die Bedeutung der Borreliose in Deutschland noch nicht schlüssig verstanden. Die Katze scheint wenig empfänglich zu sein. Auch für den Hund scheint die krankmachende Bedeutung eher von untergeordnetem Interesse zu sein. Zwar reagieren viele Hunde in serologischen Tests häufig positiv, dies bedeutet jedoch keineswegs, dass eine durch Borrelien hervorgerufene Krankheit vorliegt.

Eine andere, in Deutschland sehr wichtige durch Zecken übertragene Infektionskrankheit ist die Frühsommer Meningo Enzephalitis (FSME). Hier handelt es sich um eine gefährliche Viruskrankheit die insbesondere in Bayern bei Menschen schwerwiegende Hirnhautentzündungen mit fatalen Konsequenzen nach sich ziehen kann. Für Menschen gibt es hiergegen einen Impfstoff, dessen Anwendung in Gebieten mit FSME Fällen sinnvoll ist. Die Bedeutung der FSME für den Hund bleibt unklar. Impfungen von Hunden mit dem Impfstoff für Menschen sind deshalb flächendeckend nicht üblich.

In Bezug auf die Borreliose ist die Situation anders. Zwar hat sie für den Menschen eine große Bedeutung doch gibt es keinen Impfstoff. Für den Hund hingegen gibt es seit einigen Jahren einen Impfstoff, wenngleich hier die pathogene Potenz ungleich kleiner als beim Menschen scheint. Es fällt an dieser Stelle jetzt schwer Empfehlungen zum Umgang mit der Borelliose des Hundes auszusprechen. Aus meiner Sicht ist in erster Linie eine Anwendung von abwehrenden Mitteln (zum Beispiel Permethrin haltige Antiparasitika wie Advantix®) zu empfehlen. Um den Schutz gegen die Borreliose des Hundes zu vertiefen ist die Verabreichung des Impfstoffes Merilyme® als zusätzliche Maßnahme anzubieten.

Eine weitere Infektionskrankheit, die Babesiose (Hundemalaria), die ebenfalls durch Zecken übertragen wird, gewinnt in der Gegenwart zunehmend an Bedeutung. Wie der Name Hundemalaria bereits verrät, handelt es sich hier um eine durch einzellige Krankheitserreger (Babesia canis), ähnlich der Malaria des Menschen, hervorgerufenen Krankheit, die Rote Blutkörperchen befällt. Während der Entwicklung der Erreger (Babesia canis) kommt es zum Zerplatzen der Roten Blutkörperchen. Die Folge ist fatal: Mangelnder Gasaustausch im Körpergewebe, Überflutung der Blutflüssigkeit mit freiem rotem Blutfarbstoff (Hämolyse), Blutharnen (Schwarzwasserkrankheit, Hämoglobinurie) und Nierenversagen.

Die für diese Infektionskrankheit verantwortlichen Parasiten werden durch die Auwaldzecke (Dermacentor reticularis) übertragen. Im Zuge zunehmender globaler Erwärmung mit Zunahme der durchschnittlichen Temperaturen auch in Deutschland breitet sich die Auwaldzecke zunehmend aus. Hiermit steigt das Risiko der Ausbreitung der Babesiose.

Myxomatose/RHD

Im Gegensatz zu Hund, Katze und einer Reihe von Nutztieren gibt es für das Kaninchen und Meerschwein keine zugelassenen prophylaktischen oder therapeutischen Arzneimitel um einen äußeren Parasitenbefall vorzubeugen oder zu bekämpfen. Von Interesse sind hier jedoch zwei stets tödlich endende durch Stechmücken übertragende Virus-Krankheiten: Die Myxomatose und die so genannte China-Seuche (RHD). Das Erregerreservoir, also die Quelle der krankmachenden Viren, stellen wildlebende Kaninchen zum Beispiel in Parks dar. Ein Mückenbefall lässt sich auch in einer Wohnungshaltung nicht vermeiden, womit Infektionen in der Mückenflugzeit immer möglich sind. Sinnvoll ist die Schutzimpfung von Kaninchen. Der hiermit vermittelte Schutz kann eine Infektion nicht komplett verhindern, doch erholen sich trotz Impfung erkrankte Tiere schnell und tödliche Erkrankungen kommen kaum vor. Eine Schutzimpfung vor der Mückenflugzeit, also dem zeitigen Frühjahr, ist deshalb anzuraten.

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